Zeitung lesen mit Liviu Tofan

Medien sind in der Diktatur gleichgeschaltet. Nach 1989 der Bruch: Rumäniens Presse wird frei. Heute taucht Ceauşescu nur noch auf, um Schlagzeilen zu machen. Ein Experteninterview.
 
Von Peter H. Jagla

 

Peter Jagla Peter Jagla, 27 Jahre alt, deutscher Staatsbürger. Wohnsitz: Braunschweig. Damals aus dem kommunistischen Polen nach Deutschland geflohen. Danach bis zum Abitur wohnhaft in Gütersloh. Heute hauptsächlich als freier Autor für den NDR in Braunschweig.

Liviu Tofan, 63 Jahre alt, rumänischer Staatsbürger. Hauptwohnsitz: München. Damals nach Studium in Bukarest als Reporter für Radio Freies Europa in München. Danach ab 1991 Redaktionsaufbau in Bukarest. Heute am Institut für Neuere Geschichte in Bukarest.

Liviu Tofan

 

Nicolae Ceauşescu kontrolliert Zeitungen, Radio und Fernsehen. Als die Medien 1989 plötzlich frei sind, können Journalisten endlich recherchieren und bekommen keine vorgeschriebenen Texte. Damals ist der Journalist Liviu Tofan bei Radio Free Europe in München und berichtet von dort für und über Rumänien. Der Rumäne studierte in Bukarest Germanistik, bevor er seinen Job 1974 in München antrat.

Heute, 22 Jahre später, sitzt Tofan im Institut für Neuere Geschichte in Bukarest und ärgert sich über die angeblich freien Medien. Große Tageszeitungen wie Adevarul (Auflage 110.000) und Jurnalul National (Auflage 66.000) und die Boulevardblätter Click (Auflage 236.000) und Libertatea (Auflage 200.000) dominieren den Markt. Im Fernsehen, das unter Rumänen sehr beliebt ist, gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Sender. Wie frei sind rumänische Medien wirklich? Wer berichtet wie über den Diktator? Wird die Ceauşescu-Ära aufgearbeitet? Peter Jagla unterhält sich mit Liviu Tofan über die rumänische Medienlandschaft von damals, heute und morgen. Klicken Sie sich durch die einzelnen Bereiche des Interviews.

 

Flash-Produktion: Marc Röhlig